Sonntag, 8. April 2012

Geschichten des Lebens XI – Ostersonntag




Er schlägt die Augen auf und spürt ganz genau, dass heute ein ganz besonderer Tag werden wird. Voll Erwartungen springt er aus dem Bett, zieht sein Rollo nach oben und kann seinen Augen kaum trauen. Alles ist mit Schnee bedeckt. Vereinzelt kann er einige Krokusse darunter entdecken und auch auf den Bäumen sieht er noch etwas grün. Dennoch, es kann nicht sein. Es ist doch Frühling. Ganz aufgeregt rennt er ins Schlafzimmer.
„Mama, alles ist weis! Es hat geschneit!“, ruft er ganz aufgeregt.
Seine Mutter weiß, dass er jetzt keine Ruhe geben wird, bis sie aufsteht und so stellt sie sich ans Fenster und schaut mit ihm gemeinsam die weiße federleichte Schicht auf der Natur an.
„Weißt du mein Schatz, in dieser Zeit des Jahres ist es normal, das es noch einmal schneit. Aber, wenn du ganz genau hinschaust, dann kannst du sehen das es auch schon wieder taut. Siehst du die Tautropfen, dort an dem Ast und auch die Blumen wirst du in kurzer Zeit wiedersehen.“
Der Kleine schaut auf all die Stellen die seine Mutter ihm gezeigt hat und nickt. Sie legt die Hand auf seine Schulter und spricht ganz ruhig, „Komm lass uns Frühstück machen und glaube mir heute wird noch ein ganz schöner Tag für dich werden.“
Nach dem Frühstück verschwindet der Kleine wieder in seinem Zimmer. Er möchte seiner Mama ein schönes Osterbild malen, aber das soll jetzt noch sein Geheimnis sein.
Irgendwann schaut seine Mutter zur Tür hinein und erzählt ihm wie der restliche Tag geplant ist. Irgendwie findet er das alles schön, denn er freut sich darauf das er die ganze Familie sehen wird.
Gleich nach dem Mittagessen machen sie sich fertig zum spazieren gehen. Er sucht seinen Schal, die Mütze und seinen dicken Anorak. Seine Winterstiefel hat er schon aus dem Schrank geholt. Seine Mutter schmunzelt und nimmt ihm schweigend die Sachen wieder ab. Er versteht das nicht. „Wieso? Es hat doch geschneit?“, fragt er sie leicht verwirrt.
„Ja, es hatte geschneit. Aber hast du denn nicht wieder aus dem Fenster geschaut? Die Sonne ist herausgekommen und so warm das alles weggetaut ist. Die Blumen haben sich wieder geöffnet. Schau einfach selber nach. Es ist wundervoll warm und ein schöner Frühlingstag. Da brauchen wir keine Wintersachen.“
Während sie die Sachen wieder zurück hängt, rennt er zum Fenster und will selber schauen, ob es wirklich so schön ist, wie seine Mutter ihm gesagt hat.
Sie laufen eine große Strecke und ein Stück geht es durch den Wald. Er rennt über Stock und Stein und die schönsten von ihnen muss er mitnehmen für seine Sammlung. ‚Wer weiß schon, wofür er es noch einmal gebrauchen kann.’ Er genießt diesen Ausflug und die Sonne scheint so sehr, dass ihm sogar in der etwas dünneren Kleidung fast zu warm ist. Sie laufen so, dass sie wie in einem Kreis laufen und sie irgendwann wieder zu Hause ankommen. Als er den Garten betritt kommt es ihm komisch vor. Irgendetwas stimmt hier nicht und als er genauer hinschaut sieht er, das bunte Farben in dem Grün schimmern. Jedoch weiß er, dass dies keine Blumen sind. Seine Neugier ist riesengroß und so forscht er nach, was es sein könnte. An der ersten Stelle findet er ein buntes Ei. Er ist so aufgeregt, das er sich nicht traut es heraus zunehmen. So schnell wie er kann rennt er seiner Mutter entgegen und zieht sie am Arm. „Mama, Mama, schau mal der Osterhase war da.“
Sie muss sehr schmunzeln und geht ihm hinter her. Er deutet auf die Stelle, an der er das Ei gefunden hat. „Da schau! Siehst du das?“, fragt er sie.
Sie nickt. „Ja, möchtest du es nicht haben? Vielleicht findest du ja auch noch mehr? Wer weiß das schon.“
Seine Augen beginnen zu strahlen und zu leuchten und er rennt freudeschreiend und laut lachend durch den Garten. Er ist so aufgeregt, das es ihm sehr schwer fällt wirklich zu suchen. Seine Mutter setzt sich so lange auf die Treppe und genießt den Augenblick des Beobachtens, als hinter ihr auf einmal die Türe aufgeht, während der Kleine in diesem Moment auch schon wieder ein Fundstück zu ihr trägt. „Oma! Opa! Schaut mal, der Osterhase war da!“ und freudig zeigt er schon die paar Sachen die er gefunden hat, bevor sich alle herzlich begrüßen. Noch eine Weile ist der Kleine damit beschäftigt, all seine Sachen zu suchen und sein Großvater hilft ihm dabei. Die Frauen sitzen weiter in der Sonne und genießen all dieses Treiben. Nach einer Weile kehrt aber immer noch keine Ruhe ein. „Was ist wenn ich etwas nicht gefunden habe?“, sagt der Kleine und sucht stetig weiter. Selbst den Worten der Mutter kann er nur schwer trauen, doch gibt er nach einer weiter Suche auf, da sie erfolglos war.
All seine Sachen legt er in einen Korb und geht mit den anderen hinein. ‚Jetzt hat er aber Hunger.’ Seine Oma hat einen Kuchen mitgebracht und während er isst, lässt er die ganze Zeit sein Osterkörbchen nicht mehr aus den Augen.
Alle lachen sehr viel und Unterhalten sich. Er denkt noch einmal an die Erlebnisse des Tages und kann nur feststellen, ‚Ja, die Mama hat recht gehabt. Heute war ein wunderschöner Tag.“

C. by Emma Wolff (17.3.2012)



Kommentare:

  1. Ja, liebe Emma, in etwa war es in meiner Kindheit so an Ostern. Danke für diese reizende Geschichte...

    Ganz liebe Grüsse

    Hans-Peter

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    1. Hallo Hans Peter,

      es freut mich das ich dir so schöne Erinnerungen zurückrufen konnte.
      So wünsche ich dir eine wundervolles Wochenende und schicke dir ganz viele liebe und dankbare Grüße in die Ferne.

      Emma

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