Dienstag, 1. Februar 2011

Gedanken einer Nacht



Schweißgebadet schreckt sie aus dem Schlaf heraus. Schon wieder hatte sie von ihm geträumt. Es ist alles so wirr, so viele Bilder die in ihrem Geist noch nachhallen. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm, das weiß sie, doch mehr wird sie auch nicht in Erfahrung bringen können.

Diese Vernunft, immer nur vernünftig sein. Spürte sie doch die ganzen letzten Tage, das etwas nicht stimmt, doch sie wollte dem Gefühl nicht nachgehen und nun verfolgt es sie in die Träume.
Sie spürt immer noch die Verwirrtheit in sich und geht erst einmal ins Bad. Unschlüssig bleibt sie vor dem Spiegel stehen und schaut wie gebannt in diesem hinein. Eigentlich betrachtet sie sich noch nicht einmal wirklich, nur den Blick in ihre Augen hält sie fest. Glasklar, kein Stück verschlafen wirken sie. Als hätte sie etwas darin erkannt.  Jedoch in ihrem Kopf ist nichts. 
Sie bemüht sich an etwas zu denken. Es tauchen lediglich die Bilder dieser Nacht auf.
Was war das doch für ein Traum. Die Unruhe wirkt immer noch nach und wie in Trance. 

Ohne den Blick von ihren stechend grünen Augen zu lassen, dreht sie den Wasserhahn auf. Sie spürt wie das lauwarme Wasser über ihre Hände läuft und immer wärmer wird. Ein erholsames Gefühl und all die Wärme machen sich in ihr breit. Sie schließt die Augen und lässt sich ganz auf das ein was sie genau in diesem Moment mit all ihren Sinnen wahrnehmen kann. Das plätschernde Geräusch des Wassers, wie es auf ihrer Haut herunter läuft und das gurgeln des Abflusses in welchen dieser Fluss hinunterfließt. Das wärmende Gefühl auf der Haut, welches gleichzeitig die Ruhe, Stille und Frische bringt und  all die Anstrengung des Traumes von ihr wäscht. Sie bereitet ihre Hände wie eine kleine Schale, in der sie das Wasser auffängt, um es dann in ihrem Gesicht auszubreiten. Lange steht sie noch da. Gedanken leer. Nur wirkliche Ruhe will in ihr nicht wieder einkehren.

Sie verlässt das Bad und geht in die dunkle Küche. Bloß durch das Licht im Korridor erreicht sie ein Schimmer, welcher ihr als Beleuchtung vollkommen ausreicht um jeden ihrer Handgriffe zu erkennen. Genauso wie sie sich in diesem Dämmerlicht sehr geborgen fühlt. Sie nimmt sich ein Glas voll Wasser und ihr Blick verliert sich aus dem Fenster in die Nacht, die sie gerade sanft aufhebt und behütet umgibt.
Es ist ihr augenblicklich egal ob sie sofort wieder Schlaf findet oder nicht. 
Die Stille der Nacht fängt sie auf und sie gibt sich diesem ganzen Geschehen hin. Sie spürt ganz fest, dass sie Antworten für sich darin finden wird. Nicht um sonst musste sie solch einen wirren Traum durchleben. Haben diese doch auch immer etwas zu sagen, nicht nur über die Menschen die darin eine Rolle spielen, sondern auch für sich selber. Manchmal verflucht sie so etwas, aber auf der anderen Seite ist sie auch sehr dankbar, hat es ihr und auch anderen schon geholfen, weil sie wusste was in dem Moment zu tun oder zu sagen war.

Fortsetzung folgt….

© by Emma (8.11.2010 & 1.2.2011)



Kommentare:

  1. Hm, jetzt hast Du mich wieder mal sehr zum Nachdenken gebracht ... ich danke Dir sehr dafür!

    Viele LG!


    Selig

    I.
    Sie sieht mich nicht
    Als wäre um mich ein Spiegel
    Der mich unsichtbar macht

    Sie hat Angst
    Mit mir allein zu sein
    Zu tief, zu nah, könnten wir uns kommen

    Es darf nicht geschehen
    Was nicht sein darf
    Dagegen wehrt sie sich

    Gegen die unplanbare Realität
    Mit ihren Unebenheiten
    Und Unverständlichkeiten

    II.
    Manchmal ist der richtige Weg
    Einfach der
    Der vor einem liegt

    Und alles andere stört
    Lenkt ab vom Weg
    Soll in die Irre führen

    III.
    Selbst wenn der Weg uns
    Durch die vertracktestes Labyrinthe führen würde
    Würde ich sie nie mehr wieder verlieren

    Nie mehr wieder ihre Hand
    Die sie in meine gelegt hat
    Loslassen

    © Andi_206

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  2. Lieber Andi,

    hab ganz vielen lieben Dank für deine Zeilen.;o))
    Wie passend zu dieser ganzen Text folge, die ich nach langer Zeit mal wieder von mir gegeben habe.

    Um so mehr muss ich dir danken, das du es gelesen hast, da ich ja weiß das du Lyrik der Prosa vorziehst..;o))

    Ganz viele liebe Grüße in die Ferne
    Emma..;o)

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  3. liebe Emma,
    ich bin noch immer verzaubert von diesen zeilen, musste sie mehrmals lesen weil sie mich im innersten meines herzens berührt haben, dafür danke ich dir. eines meiner ersten gedanken beim lesen war der blog "kleiner engel flügellos". ist doch komisch oder.
    fühl dich freundschaftlich umarmt und gedrückt von mir.

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  4. Liebe EMMA

    Ich bin gefangen - wie in einem Traum,
    ich sehe mich in Deiner Geschichte wieder....

    Gebannt, gefesselt.... werde ich mich an die Fortsetzung machen.

    Lieben Dank
    Viele liebe, wärmende Grüße an DICH

    Marina

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  5. Lieber Ralf,
    hab ganz vielen lieben Dank für deine wiedermal schönen Worte. Manchmal gibt es das das wir Assoziationen haben, wenn wir Texte lesen, doch es zeigt uns nur das wir uns alle doch gleich sind, wenn wir ganz wir selbst sind.;o)
    Ich schicke dir ganz viele liebe Grüße in die Ferne mit ganz viel Wärme, Liebe und Licht.
    Emma;o)

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  6. Meine liebe Marina,
    ja oft geht es uns so und du weißt mir ist es immer wichtig das jeder für sich einen kleinen Funken findet. Um so mehr freut es mich das du ihn für dich gefunden hast.
    ICh danke dir sehr und schicke dir eine Umarmung mit ganz vielen lieben Grüßen in den Taunus..;o))
    Emma

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