Montag, 26. März 2012

"Sunday dreams" mit Emma in der Kabinettsküche

Hallo ihr Lieben,

mit großer Überraschung bin ich heute auf einen gestrigen Blog aufmerksam geworden.

Germanys Next Bundeskabinett    und ihre gute Seele Renate Kappes die sich um all deren Belange kümmert, haben sich den gestrigen Tag auserkoren und über mich und meine Arbeit des letzten Jahres, sowie meines derzeitigen Schaffen und Tuns, zu schreiben.
Es hat mich sehr gefreut, wie es geschrieben war und das man meiner Person und all dem was dazu gehört so viel Platz eingeräumt hat.
Wer aber alles genau nachlesen möchte, der kann dies auch hier in dem dazugehörigen

  Blogeintrag "Sunday dreams" 

gerne tun.
Euch allen wünsche ich ganz viel Spaß beim Lesen.

Mein großer Dank gilt in vielerlei Hinsicht Renate Kappes. Heute mal nur für den Blog, denn wenn ich alles Aufzählen würde, dann wäre die Liste unendlich lang.

Danke.

Ganz viele liebe Grüße
Eure Emma

Emma steht Rede und Antwort bei Bee Berwing


Hallo meine Lieben,

vor einiger Zeit kam Bee Berwing, eine passionierte Bloggerin und langjährige Leserin meiner Arbeiten, auf mich zu, um ihr innerhalb eines neuen Projektes, welches sie für ihren Blog gestartet hat, einige Fragen, in Form eines Fragebogens, zu beantworten.  

Im ersten Moment war ich doch sehr zwiegespalten, doch im zweiten Gedanken sagte ich mir, ‚Warum eigentlich nicht?’ So stand ich ihr Rede und Antwort.

All das, was dabei herauskam, könnt ihr in ihrem Blog

  "Phoenixrisesagain"

nachlesen.

Es handelt sich hier um einen zweisprachigen Blog, deswegen finden sich die Artikel immer in englischer und deutscher Sprache wieder. 

So bitte ich um Nachsicht, dass es nicht mehr ganz so frisch ist und ich mit diesen Bekanntmachungen etwas im Rückstand bin.

Viel Spaß beim Lesen.
Ganz viele liebe und dankbare Grüße an alle vor allem in diesem Fall an Bee
Eure Emma

Sonntag, 25. März 2012

Geschichten des Lebens IX - Frühlingserwachen




Sie liegt in ihrem Bett und ihr Blick ist aus dem Fenster gerichtet. Alles erscheint ihr Trist und Leer. Sie kann sich nur dieser Gegebenheit ergeben. Immer wieder verspürt sie den Drang, etwas anderes zu tun, doch die meiste Zeit am Tage kann sie nichts anders machen, als in dieser Isolation zu liegen. Es ist, als würde das Leben an ihr vorbei gelebt werden. Alles was geschieht, geschieht irgendwo. Es ist ihr nur schwer möglich an den Ereignissen teilzuhaben. So viele Gründe könnte sie nennen, aber vielleicht liegt es ja auch an ihr, das sich die Menschen zurückziehen, nur weil sie Angst haben vor diesem schmerzhaften Teil des Lebens? Nein ganz bestimmt nicht. Sie hat sich das nicht ausgesucht.
Immer, wenn sie ein wenig Kraft in ihren Gliedern verspürt, steht sie auf und schaut aus dem Fenster. Alles erscheint in dem winterlichen Kleid, der tristen Farben, die nur Grau und Braun übrig haben. Es ist, als würde alles noch in einem tiefen Schlaf liegen, obgleich der Schnee schon geschmolzen ist. Spätestens jetzt erkennt sie, dass das Leben nicht an ihr vorbei zieht, sondern, das sie im Leben ist. Das sie das Leben ist. Sie sieht die Dinge wie sie sind. So zieht sie sich in ihrer Einsamkeit wieder vom Licht zurück, um für sich zu sein. Immer, wenn sie für sich ist, dann spürt sie, wie das Leben in all seinen Facetten durch sie strömt. Das die Einsamkeit nicht so leer ist und das sie mehr in sich trägt, als der äußere Schein es zu Tage bringen mag.
So beginnt für sie ein neues tägliches Ritual, in dem sie zum Fenster geht und beobachtet. Jeden Tag ein bisschen länger und ein bisschen mehr. Je mehr sie einfach nur beobachtet, um so mehr trägt sie in sich das Gefühl, das sie immer mehr erkennen kann. Jede noch so kleine Veränderung kann sie wahrnehmen und saugt es regelrecht in sich auf. Nein, es ist nicht mehr so grau und nach und nach bekommt alles seine Balance, denn sie nimmt wahr, das alles ganz langsam immer weiter zum Leben erwacht.
Die kleinste grüne Spitze am Boden, die immer länger werdenden Tage, die heller und kräftiger scheinende Sonne, die sich ihren Weg bahnt, die kleinen feinen und verschiedenen Nuancen des Himmels lernt sie zu unterscheiden und nimmt sie immer bewusster wahr. Sie beobachtet Tag für Tag und kann es kaum erwarten bis der Moment gekommen ist, wenn die ersten Spitzen der frühen Blüten über dem Boden erscheinen, um zu beobachten wie sie erblühen und die Welt wieder mit ihrer Farbenpracht berührt, verzaubert und alles erfüllt.
Die große Leere und Weite der Natur, so wie die große leere und Einsamkeit in ihrem Herzen mit Leben und Frieden erfüllt. Ja, sie lebt mit Haut und Haar. Sie lebt und liebt, sich und das Leben.

© by Emma Wolff (15.3.2012)






Sonntag, 18. März 2012

Geschichten des Lebens VIII - Loslassen




Es ist, als würde es ihm das Herz zerreißen, zu sehr vermisst er seinen Sohn. Es gelingt ihm nicht, dies alles in Worte auszudrücken. Seine schlimmste Befürchtung ist nun zu seiner Realität geworden. Dabei wollte er doch nur, dass er glücklich ist und all seine Wünsche wollte er ihm erfüllen. Aber nun, sitzt er alleine hier und der Schmerz, den er in sich verspürt, erscheint ihm fast unerträglich zu sein. Alleine der pure Gedanke, dass er seinen Sohn vielleicht nie mehr wieder sieht, bricht ihm das Herz.
Wie sollte er dieses Leid, die nächsten Jahre seines Lebens noch ertragen? Es erscheint ihm schier unmöglich.
Er wüsste noch nicht einmal, mit wem er darüber reden soll. Zu sehr schämt er sich für dieses Erleben. Er schämt sich dafür, dass sein Sohn nichts mehr von ihm wissen möchte und jeden Kontakt untersagt hat. Diesen inneren Kampf muss er mit sich ganz alleine austragen.
Vielleicht...?
Eines Tages...?
Oder sollte alles nur an der Pubertät liegen?
Zu gerne möchte er die Gründe dafür erfahren, doch all sein Nachfragen blieb bis zum heutigen Tage unbeantwortet. Hat er ihn mit seiner Liebe zu sehr eingeengt?
Oder wurde er einfach so sehr von allen Seiten bedrängt, dass es ihm unerträglich schien und er deswegen den Kontakt zu ihm abgebrochen hat? Die Fragen in seinem Kopf lassen ihm keine Ruhe. Es ist ihm nicht möglich sie einfach ziehen zu lassen.
Was hat er nur falsch gemacht?
Er wollte es doch immer nur richtig und allen recht machen. Immer mehr türmt sich dieses ungeklärte Rätsel in ihm auf. Er kann und darf aber nichts anderes machen, als das Ganze als gegeben anzunehmen.
Hat er ganz und gar zu wenig gekämpft?
Immer wieder verschleiert sein Blick, wenn ihm die Tränen über den Verlust seines Sohnes in die Augen schießen. ‚Reiß dich zusammen! Du bist doch ein Mann und er ist auch nicht gestorben, er will einfach nur keinen Kontakt zu dir haben!’, ermahnt er sich immer und immer wieder.
Er möchte gerne etwas tun. Er kann das doch nicht einfach so hinnehmen. Es muss doch eine Möglichkeit geben oder sollte er da zu viel verlangen?
Sollte er einfach so kampflos das Feld räumen?
Was ist wenn es ein Test ist?
Ein Test wie sehr er seinen Sohn wirklich liebt. Immer wieder stand der Junge zwischen den Fronten, und immer wieder hatte er das Gefühl, das er sich entscheiden müsste zwischen seinen Eltern. Wobei er ihm immer wieder gesagt hat, dass er für ihn da ist und er einfach nur kommen brauche. Er hat ihn nie vor eine Wahl gestellt. Alles sollte immer so sein wie das Kind es wollte.
Oder hätte er ganz und gar mehr Grenzen setzen müssen, damit das Kind sich besser hätte orientieren können? Er ist nun einmal noch ein Kind auch wenn die Pubertät schon weit voran geschritten ist.
Aber am schlimmsten ist sein Ego, welches ihn jetzt immer wieder anstachelt. Ihn regelrecht am Boden liegen und leiden sehen möchte. Dem wird er aber nicht nachgeben, auch wenn es schmerzt. So wird er auf sein Herz hören. Er weiß, dass es einen Grund geben wird, ebenso wie er eines Tages auch noch einmal von seinem Sohn die ersehnten Antworten bekommen wird.
Jedoch, ab diesem Tage, kann er nichts anderes tun, als seinen Sohn, sein Kind loszulassen. Er muss ihn loslassen, denn sonst wird ihn die Liebe zu ihm, das nicht erfüllte und ersehnte Glück, eines Tages auffressen. Er muss ihn ziehen lassen, in der Hoffnung, das es ihm gut geht, in dem beiderseitigem Wissen, das er immer für ihn da sein und die Türe auch immer offen stehen wird. Immer in dem spürbaren Gefühl, wie sehr er seinen Sohn liebt, denn diese Liebe, kann er ebenso wie den derzeitigen Schmerz, nicht in Worte fassen.
Aber er kann das alles in sich tragen und der Schmerz wird vergehen, denn er spürt, dass er seinem Sohn schon vom ersten Moment an verziehen hat und ihm jetzt einfach die Zeit geben muss, die er für sich und seinen eigenen Weg braucht. Er muss jetzt selber und alleine seinen Platz in dieser Welt und in diesem Leben für sich finden.
Bis dahin, wird er einfach nur da sein und warten, bis sie sich wieder begegnen, um ein weiteres Stück im Leben zusammen gehen zu können.

© by Emma Wolff (15.3.2012)




Sonntag, 11. März 2012

Geschichten des Lebens VII




Weinend steht sie mitten auf der Straße und hilfesuchend verloren fällt der Blick über alles was ihr Auge verschwommen erfassen kann. Als hätte sich der Boden unter ihr aufgetan und möchte sie verschlingen. Die Last die sie seit Jahren mit gewohnter Leichtigkeit auf ihren Schultern trug, lässt sie bald darunter zerbrechen. Wie konnte das alles nur geschehen? Wieso hat sie sich jetzt nicht besser unter Kontrolle?

Vier Kinder hat sie zur Welt gebracht und es war nicht immer wirklich einfach. Sie und ihr Mann haben viel dafür gearbeitet, einzig und alleine dafür, dass es den Kindern gut geht und es ihnen an nicht Notwendigem fehlt. Jeder musste seinen Teil dafür beitragen und hatte seine Aufgabe. Die Familie war wie ein gut funktionierendes Maschinenwerk, in dem jedes Zahnrad ineinander griff. Die Kinder waren aus dem Gröbsten raus und auch sie konnte wieder mehr arbeiten gehen. Aber das, was jetzt geschehen ist, übertrifft jede Vorstellung.
Sie war nur auf Arbeit und freute sich darauf, dass sie einen schönen Abend mit ihrer Familie verbringen kann. Sie wollten den Geburtstag ihrer Tochter feiern. Jedoch kam alles ganz anders. Sie brauchte noch nicht einmal die Tür aufschließen und vernahm schon die Stimme ihres Mannes, der außer sich zu sein schien. Als sie die Wohnung betrat, sah sie nur ihre verstörten Söhne im Flur stehen und ihren Mann der vollkommen aufgebracht durch die Wohnung rannte und immer wieder schrie sie sei einfach weg.
Sie verstand im ersten Moment nicht was los war und er zeigte nur auf das Zimmer der Tochter. Alle Schränke waren leer geräumt und auf dem Schreibtisch lag nur ein Zettel auf dem sie mitteilte, dass sie nie mehr wieder kommen würde. Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf, aber nichts konnte sie greifen. Sie verstand ihre Welt nicht mehr. Was war geschehen? Es war doch ihr 18. Geburtstag und sie hatten gemeinsam für diesen Tag geplant. Natürlich wusste sie auch, wie aufbrausend ihr Mann sein konnte. Sei schrie ihn an und wollte Antworten von ihm haben. Jedoch, er brachte in derselben Lautstärke, all seine Verzweiflung und Hilflosigkeit zu Tage, die sich über die letzten Stunden aufgestaut hatte. Schweigend verließ sie den Raum und verschwand weinend im Schlafzimmer.  Die nächsten Tage nahm sie an, es würde gut tun, wenn sie arbeiten gehen würde, denn das würde sie ablenken. Aber wirklich viel half dies auch nicht. Immer wieder fragte sie sich, ob sie etwas übersehen hatte oder ob sie etwas getan hatte, was ihre Tochter zu diesem Schritt getrieben hatte. Nach und nach telefonierte sie alle Freunde ab und auch bei den Nachbarn, zu denen sie guten Kontakt hatten, fragte sie nach. Immer in der Hoffnung, dass sie ihr Antworten auf ihre Fragen bringen könnten. Nur jeder reagierte gleich entsetzt und konnte ihr nicht weiter helfen. Ihre Tochter hatte einen Freund, doch dort wurde sie am Telefon immer nur weggedrückt. Das lies sie zumindest hoffen das sie dort war.  Sie möchte so gerne verstehen.
Nur zwei Tage später hat ihr Sohn den Briefkasten geleert und ihr die Post ohne weitere Beachtung gereicht. Sie wunderte sich nur über einen einzelnen Brief von einem Anwalt. Voll der Aufregung riss sie das Kuvert einfach auf und konnte nicht fassen was da geschrieben stand. Ihre Tochter hat sie angezeigt. Der Vater hätte sie über Jahre sexuell missbraucht und sie hätte dort wie eine Sklavin gelebt.
Die eben gelesenen Papiere fallen ihr nur noch aus der Hand und der Boden tut sich unter den Füßen auf. Reicht es nicht, dass sie ohne jedes weitere Wort ausgezogen ist? Was sollen jetzt diese falschen Anschuldigungen? Sie versteht die Welt in der sie sich befindet immer weniger. Was ist nur geschehen? Weinend bricht sie in ihrer Küche zusammen und kann sich nicht mehr beruhigen. Ihr Mann ist außer sich, wegen der Anklage die einer infamen Verleumdung gleicht.

Und nun steht sie nach Monaten weinend mitten auf der Straße und hilfesuchend verloren fällt der Blick über alles was ihr Auge verschwommen erfassen kann. Als hätte sich der Boden unter ihr aufgetan und möchte sie verschlingen. Die Last die sie seit Jahren mit gewohnter Leichtigkeit auf ihren Schultern trug, lässt sie bald darunter zerbrechen. Wie konnte das alles nur geschehen? Wieso hat sie sich jetzt nicht besser unter Kontrolle?
Das schlimmste was einer Mutter widerfahren kann ist geschehen. Ihre Tochter will sie nicht mehr kennen. Selbst im Gerichtssaal, war die ganze Familie der Tochter keines Blickes würdig. An den Haaren herbei gezogene Anschuldigungen ohne Beweise musste sie über sich ergehen lassen. Zeugen, die sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat und Menschen, die sie nur flüchtig vom Straßenbild kennt, klagen sie an. Wieso tut ihr ihre Tochter das nur an? Wie lange soll dieser Prozess noch gehen? ‚Was hat sie nur falsch gemacht?’, fragt sie sich immer wieder. Alle leiden so sehr unter diesen Umständen. Ihre Söhne haben jedes Vertrauen in die Menschen verloren. Wie soll sie ihnen nur Mut machen, denn ihnen geht es ebenso wie ihr, sie verstehen die Welt nicht mehr.
So hofft sie jeden weiteren Tag, dass sie Lösungen finden wird und die Last eines Tages von ihren Schultern verschwindet. Sie irgendwann wieder Luft holen kann und ungeachtet all der ganzen Demütigungen und Verleumdungen, wieder Aufrecht und mit Freude die Straßen und Wege des Lebens entlang gehen kann.

© by Emma Wolff (8.3.2012)



Sonntag, 4. März 2012

Geschichten des Lebens VI – Im Rausch der Klänge



Immer wieder steht er da und weiß nicht wo sein Problem liegt. Wieso kommt er über diesen einen Punkt nicht hinaus. Er starrt auf all die Blätter die mittlerweile überall verstreut auf dem Boden liegen. Immer mehr Unmut macht sich in ihm breit. Er ist wütend. Wütend auf sich und sein klägliches Versagen, sich selbst und seinem Können gegenüber. ‚Wozu macht er das alles überhaupt’, fragt er sich immer wieder. Es ist als sieht er den Wald vor lauter Bäumen nicht. Als hätte sich eine Mauer vor ihm aufgetan und weiter darf er nicht kommen und gehen. ‚Wieso schafft er es nicht sie zu durchbrechen.’ So viele Menschen haben diese Hürde mit Leichtigkeit genommen und ihm will es einfach nicht gelingen.
Immer wieder nimmt er sein Instrument und beginnt zu spielen. Doch alles was ertönt, schmerzt ihn in seinen Ohren. Wie ein Versager fühlt er sich und das was er will, gelingt ihm einfach nicht. Er will es doch aber so sehr. Alles schmerzt ihm schon und die Saiten kann er kaum noch berühren. Jedoch, er muss. Er will, dass es endlich funktioniert. Sein Blick versteinert sich immer mehr und wird so kalt, wie die Melodie und das was ihn umgibt. In seinem Herzen ist Winter. Er will das nicht. Er will es nicht nur können, sondern fühlen. Er muss fühlen können was er spielt. Dennoch, solange er vor dieser Mauer steht, wird ihm das nicht gelingen. Seine Wut steigt weiter an und irgendwann kann er sich nicht mehr halten. All seine Noten schmeißt er durch die Luft und am liebsten möchte er seine Geige vor die Wand schmeißen. Obwohl, irgendetwas in ihm bietet Einhalt und er bricht weinend zusammen. All sein Schmerz und diese Last, lassen ihn erschüttern und kommen ohne dass er es aufhalten kann zu Tage.
Erst nach einer ganzen Weile schafft er es sich zu beruhigen und in ihm herrscht absolute und vollkommene Leere. Keine Leere die schwer auf ihm lastet. Eine Leere die er noch nie erlebt hat. Eine Leere die Leicht ist und er das Gefühl von Bedeutungslosigkeit hat. Jedoch ist es wirklich Desinteresse? Irgendetwas ist verschwunden, aber alles was ihn umgibt ist noch da.
In dieser Gefühllosigkeit sammelt er die Blätter wieder ein und greift zu seinem Instrument. Die Zeit des Übens ist noch nicht vorbei und er kann einfach nicht anders als zu spielen.
So beginnt er noch einmal von ganz vorne. Ohne einen weitern Gedanken zu verschwenden fließen die ersten Töne. Alles ist noch etwas zaghaft. Die Erfahrung der letzten Stunden hängt ihm noch nach. Je mehr er die Noten mit seinen Augen verfolgt, geschieht alles von ganz alleine. Er ist voll und ganz bei dem was geschrieben steht und nichts ist mehr da, was ihn ablenken kann. Immer weicher wird das Gespielte. Immer mehr beginnt in ihm das Feuer wieder zu lodern und jeder einzelne Ton kommt wie von alleine. Sein Herz öffnet sich immer mehr und jede Kälte in ihm verschwindet voll und ganz. Die Gefühllosigkeit in ihm verschwindet und diese Leere füllt sich immer mehr, mit allem was aus ihm entspringt. Jeder Ton ist eine Faser seiner Natur. Er fühlt und spürt und wird eins mit der Melodie. Alles erwacht langsam und immer mehr vernimmt er die Liebe zu all dem Ganzen. Die Liebe zu sich, zur Musik und die Liebe zu all dem was ihm umgibt. Ein Strahlen, welches durch die Schwingungen jedes verbundenen Tones zum Tragen kommt.
Ohne, das er jemals davon mitbekommen wird, bleibt eine Frau vor dem geöffneten Fenster stehen und lauscht diesen erhabenen, warmen und voll Liebe gefüllten Klängen. Einen kleinen Moment hält sie die Zeit an und lässt sich von diesem ganzen berühren und verspürt wie das Eis schmilzt und im Rausch des Momentes und der Klänge zu neuem Leben erblüht.


© by Emma Wolff (1.3.2012)